Der Rothirsch (Cervus elaphus)

 

Rotwild ist der größte Vertreter der Wirbeltiere in unseren Breiten. Bei einer Schulterhöhe von 120 -150 cm beträgt das Durchschnittsgewicht ausgewachsener Hirsche 100 bis 180 kg, weibl. Stücke, von uns Jägern Alttiere genannt, zwischen  60 und 90 kg.

 

Von Spanien bis Polen, von Schottland bis zu den Balkanländern ist Rotwild in Europa verbreitet.

 

Eine Wildart, auf die man wirklich stolz sein kann.

 

Bayern aber hat das ganze Land eingeteilt in Rotwildgebiete und sogenannte rotwildfreie Gebiete, die von den Jägern auch rotwildfrei gehalten werden müssen.

 

Rotwildgebiete finden wir im wesentlichen nur in einem schmalen Streifen entlang der Alpen und im Bayerischen Wald.

(https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayAVJG-ANL_3)

 

Persönlich halte ich das für höchst fragwürdig.

Welche ethischen Gesichtspunkte sind dabei berücksichtigt? Wirtschaftlicher Gewinn?

Wann verstehen wir, dass der Mensch nur Teil des Naturhaushaltes ist?

Schon vor Beginn der Eiszeit lebte Rotwild bei uns.

 

Selbstverständlich macht Rotwild in den Wäldern auch Schäden.

Verbiss-, Fege- und wirtschaftlich besonders ins Gewicht fallend: Schälschäden.

 

Ursprünglich war Rotwild Steppenbewohner. Als Großherbivore wie Wisent und Wildpferd hatte auch Rotwild Einfluss auf die Waldflächen. Man darf sich unseren Wald damals eben nicht vorstellen als undurchdringlichen Dschungel, sondern es gab auch Freiflächen mit lockerem Baumbewuchs, der den Großherbivoren als  Lebensraum diente. Diese Flächen sind dem Wild genommen und zu landwirtschaftlichen Nutzflächen geworden. Rotwild, das ursprünglich tagaktiv war, hat sich in geschlossene Wälder zurückgezogen und ist aufgrund des Jagddrucks nachtaktiv geworden. Dieses Verhalten führt natürlich besonders zu mehr Schälschäden.

 

Lockjagd auf unser Rotwild

Während der Brunftzeit ab Mitte September bis Mitte Oktober gesellt sich der Platzhirsch zum Kahlwildrudel. Seine Aufgabe besteht nun darin seinen "Harem" beisammen, Beihirsche aber auf Distanz zu halten.

In diesen kräftezehrenden Wochen, in denen er kaum mehr Nahrung zu sich nimmt, kann er bis zu 25% seines Gewichtes verlieren. Ist er zu sehr geschwächt wird er von dem kräftigsten Beihirsch abgelöst.

In kalten, klaren Nächten ist die Brunft am lebhaftesten.

Der geübte Jäger kann  dann den Platzhirsch, den suchenden Hirsch oder herausfordernd den Kampfruf oder den Sprengruf nachahmen.

Der Kolbenhirsch

 

Schon Ende Februar fängt männliches Rotwild an, das Geweih abzuwerfen. Im übrigen gilt der Grundsatz: alt vor jung.

Sofort nach dem Abwurf fängt das neue Geweih an zu schieben.

Fertig verfegt haben die Hirsche Ende Juli.

Einen Hirsch in diesem Zustand (Bild oben) nennt der Jäger Kolbenhirsch!

Das Bild wurde im Praxisunterricht, beim Besuch des Wildparks Poing, aufgenommen.