Rund um die Jagd

Blattjagd

 

Jäger nennen die Brunftzeit des Rehwildes Blattzeit (Ende Juli bis Mitte August).

Der Begriff "Blatt"-Zeit leitet sich daher ab, dass man früher

in dieser Zeit eine akustische Lockjagd mit Hilfe eines Buchenblattes ausübte. Das Buchenblatt bot sich besonders wegen seines glatten Blattrandes an.

Man ahmt das Fiepen der Geiß, des Kitzes oder das Angstgeschrei der Geiß (Piu) nach.

Heutzutage gibt es selbstverständlich eine Reihe von Blattern, die recht effektiv sind.

Besonders gut reagieren Böcke bei heißem und schwülem Wetter,

Deshalb kann man diese Jagdart auch tagsüber in Verbindung mit der Pirsch oder dem Ansitz ausüben.

Am besten klappt's am Ende der Blattzeit, hier ist die Chance wesentlich größer, dass beim Bock keine Geiß steht, was ihn leichter dazu bringt, zuzustehen.

Oft taucht er ganz unvermittelt vor dem Jäger auf. Achtung, ein erfahrener alter Bock ist auch schnell verblattet und fällt auf alles Bemühen des Jägers dann nicht mehr herein.

Der Einstand eines alten Bockes lässt sich schon Ende April feststellen, dazu sucht der Jäger frische Fegestellen am Waldrand, denn alte Böcke haben schon Ende April fertig verfegt, während sich der Jährlingsbock damit bis Mitte Juni Zeit lässt.

Am besten baut man sich an entsprechender Stelle einen Bodenschirm der mit Zweigen oder einem Tarnnetz verblendet wird. Keine hohen Sitze wie Ansitzleitern oder Jagdkanzeln verwenden, schließlich weiß jeder Bock, dass Geißen nicht auf Bäumen sitzen.

Pirsch

 

Pirschen kann eine der schönsten Jagdarten sein, wenn Sie den alten Jägerspruch berücksichtigen: "Pirschen heißt Pirsch stehen und nicht gehen".

Auch den zweiten alten Jägerspruch sollten Sie im Kopf haben: "Ein Revier ist schneller leergepirscht als leergeschossen".

Größtes Problem unseres Jagens ist tatsächlich der Jagdruck, den wir selbst erzeugen und der das Wild immer scheuer werden lässt, so dass wir kaum noch Anblick haben.

Wir müssen klug vorgehen und unnötigen Jagddruck vermeiden.

 

Für die Pirsch heißt das:

  • Immer alleine pirschen
  • Ihr Hund, wenn er dabei sein soll, muss bestens ausgebildet sein, sonst lassen Sie ihn lieber zu Hause. Er sollte möglichst frei bei Fuß gehen, und sobald Sie stehenbleiben, um mit einem guten Glas die Gegend abzuleuchten, was sehr häufig geschehen sollte, muss er sofort möglichst unaufgefordert in den Sitz gehen, bis Sie weiterpirschen.
  • Wenn Sie pirschen, müssen Sie unbedingt auch die Absicht haben, Wild zu erlegen. Pirschen, nur um zu gucken, geht gar nicht.
  • Pirschen Sie nie vor dem Abendansitz, sonst werden Sie beim anschließenden Ansitz keinen Anblick mehr haben.
  • Beste Zeit für die Pirsch ist die Zeit nach dem Morgenansitz.
  • Achten Sie auf die Windrichtung und wählen Sie dementsprechend Ihre Route.
  • Pirschen Sie nie, wenn Schnee liegt und jeder Schritt knirscht.
  • Pirschen Sie nie, wenn es lange trocken war, Laub auf Ihrem Pirschweg liegt und jeder Schritt raschelt.
  • Legen Sie einen Pirschsteig an, schneiden Sie ihn frei und fegen Sie ihn regelmäßig.
  • Bestes Wetter dagegen finden Sie nach einem Regen, der nasse Boden erleichtert ein geräuschloses Pirschen.

 

Was sollten Sie dabei haben?

  • Ein gutes Fernglas, lieber 10x42 oder 8x32 als unser Standardglas für den Abend- oder Morgenansitz (8x56), eine niedrigerer Wert für die Austrittspupille schadet ja tagsüber nicht, macht das Glas aber wesentlich leichter, weil der Objektivdurchmesser kleiner ist.

 

  • unerlässlich ist ein guter Zielstock

Also los, lassen Sie sich nicht aufhalten!

Waidmannsheil!