Heimische Gräser, Kräuter und Blumen

Kleines Immergrün (Vinca minor)

 

Das Kleine Immergrün kommt zerstreut, aber gesellig, wild oder verwildert in artenreichen Laub- oder Buchen-Mischwäldern vor. Es bevorzugt nährstoffreichen, frischen Ton- oder Lehmboden in mild humider Klimalage.

Da die Fernausbreitung fast ausschließlich über den Menschen erfolgt, zeigen Standorte im Wald meist noch heute die Lage ehemaliger Burgen und Siedlungen an. Es gehört damit zu den Stinsenpflanzen

Huflattich

(Tussilago farfara)

 

Er besiedelt trocken-warme Standorte auf durchlässigen Böden. Daher tritt der Huflattich oft auf Dämmen, in Steinbrüchen und an unbefestigten Wegen auf. Im Gebirge kommt er bis in Höhenlagen von etwa 2300 Metern vor.

Des Weiteren gilt er als Zeigerpflanze für staunasse Bereiche.

Von Natur aus eine Pionierpflanze findet der Huflattich durch menschliches Zutun zum Beispiel an Straßenböschungen, Sandgruben, Baustellen, Erdablagerungen und Steinbrüchen manchmal Bedingungen, die zu Massenbeständen führen.

Da die Huflattichflur meist als Folge der Tätigkeit des Menschen entsteht, wird sie in der Regel bald von anderen Pflanzengesellschaften verdrängt. Nur an natürlichen Standorten wie Bach- und Flussufern bleibt sie länger stabil.

Drüsiges Springkraut
(Impatiens glandulifera)

 

Beim Drüsigen Springkraut handelt es sich um einen Neophten, der in kürzester Zeit Wuchshöhen von über 2 Meter erreicht und so andere Pflanzen schnell überdecken kann. Er benötigt für sein schnelles Wachstum eine ausreichende Wasserversorgung.

Der Blütenstand wird als insektenfreundlich bezeichnet. Blütenökologisch handelt es sich um vormännliche Rachenblumen. Sie werden meist durch Honigbienen, seltener durch Hummelnbestäubt. Der im Sporn verborgene Netar ist mit einem Zuckergehalt von 48 Prozent durchschnittlich süß, wird aber reichlich produziert. Mit 0,47 mg Nektar pro Pflanze und pro Stunde stellt das Drüsige Springkraut etwa vierzigmal so viel Nektar her wie eine vergleichbare heimische Pflanze. Noch entscheidender ist, dass die Pflanze auch einen sehr hochwertigen, ebenfalls zuckerhaltigen Pollen anbieten kann.

Die ursprünglich aus dem Himalaya stammende Art wurde 1839 aus Kaschmir erstmals nach England importiert und gelangte von dort als Zierpflanze auf den europäischen Kontinent.

 

Buschwindröschen

(Anemone nemorosa)

 

Das Buschwindröschen ist ein typischer Frühjahrsgeophyt, der die Krautschicht in Wäldern bildet, während die Bäume im Frühling noch kein Laub tragen. Da das Buschwindröschen hohe Lichtansprüche hat, findet der gesamte Lebenszyklus der Pflanze im Frühjahr statt. Oft werden große Flächen von dieser gesellig wachsenden Art eingenommen und mit einem weißen Blütenteppich bedeckt. Es werden mäßig frische bis feuchte, nährstoffreiche, tiefgründige, lehmige Mullböden in sommergrünen Laubwäldern (z. B. Buchen-Mischwäldern, Eichen-Hainbuchenwäldern, Hartholzauwäldern), in Schlehengebüschen.

Es ist eine Charakterart der Buchen- und sommergrünen Eichenwälder Europas (Klasse Querco-Fagetea). Das Buschwindröschen gilt als ökologisch mäßig anspruchsvoll hinsichtlich der Standortgegebenheiten.

Buchs-Kreuzblume
(Polygala chamaebuxus)
 
Die Buchs-Kreuzblume ist ein immergrüner Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 30 Zentimetern. Sie besitzt im unteren Teil verholzte Sprossachsen.

Bestäuber sind ausschließlich Hummeln. Die Blütezeit reicht von April bis Mai und nicht selten ein zweites Mal von September bis Oktober.

Die Samen besitzen ein gelapptes Elaiosom zur Ameisenausbreitung. Daneben erfolgt Wind- und Wasserhaftausbreitung. Fruchtreife ist von Juli bis August.

Bärlauch

(Allium ursinum)

 

Er findet sich teils in großen Beständen in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Auen, Schluchten, unter Sträuchern oder an Bächen.

In Deutschland wächst der Bärlauch besonders im Süden,

Die Samen des Bärlauchs tragen zwar Elaiosomen, werden aber dennoch nicht von Ameisen verbreitet. Bärlauch breitet sich durch Anhaftungen von Lehmboden an Tierfüßen (Epizoochorie)aus. Das erklärt auch das häufig sehr fleckenweise Auftreten des Bärlauchs. In Ahorn-Eschenwäldern und Hartholz-Auwäldern kommt auch fließendes Wasser als Ausbreitungsmedium in Frage. Bärlauch bildet sehr viele Samen, ein Quadratmeter Bärlauchbestand kann 9000 Samen pro Jahr bilden.

Er ist ein Kaltkeimer, die Samen müssen also eine Frostperiode durchlebt haben, bevor sie keimen. Trotz seiner langen Keimdauer von zwei Jahren vermehrt sich Bärlauch schnell über seine Zwiebeln und bildet so innerhalb weniger Jahre große Horste. Beim Anbau im Garten muss der Bestand daher gelegentlich eingedämmt werden.

Der Bärlauch ist eine altbekannte Gemüse, Gewürz- und Heilpflanze. Die Pflanze ist zwar komplett essbar, genutzt werden aber vorwiegend die Blätter, oft auch mit den Stängeln, frisch als Gewürz, für Dip-Saucen, Kräuterbutter und Pesto oder ganz allgemein als Gemüse in der Frühjahrsküche. Erntezeit für die Blätter ist im März und April.

Achtung! nicht mit dem giftigen Maiglöckchen verwechseln!

Leberblümchen

(Hepatica nobilis)

 

Blütezeit:

März – April)

Lebensraum:

Typischerweise wächst es in der Humusschicht über lehmigen kalkhaltigen Waldböden in Buchen und Eichenwäldern und auch auf Sandböden

Kleines (Gewöhnliches) Schneeglöckchen

(Galanthus nivalis)

 

Zwiebel-Geophyt

Blütezeit:

Februar, März

Lebensraum:

Auwälder, feuchte Laubmischwälder

Bestäubung:

Haupts. Honigbienen, auch Schmetterlinge und Selbstbestäubung

Samenverbreitung:

Gekrümmtes Anhängsel  am Samen(Elaiosom) Verbreitung durch Ameisen

 

 

 

 

Frühlingsknotenblume (Märzenbecher)

(Leucojum vernum)

 

Zwiebel-Geophyt

Blütezeit:

 März, April (Februar)

Lebensraum:

Auenwälder

Laubmischwälder

Bestäubung:

Insekten

Samenverbreitung:

Durch Tiere

Gewöhnlicher Blutweiderich

(Lythrum salicaria)

 

Die Blütezeit reicht von Juni bis September.

 

Gewöhnlicher Blutweiderich wächst an feuchten Standorten häufig und verbreitet in Röhrichten und Sümpfen, an Ufern von Seen und Weihern, Flüssen, Bächen und Kanälen sowie in Gräben.

 

Blütenbesucher sind vor allem Schwebfliegen, aber auch Bienen und Schmetterlinge. Blutweiderich ist ein Nektarspender von besonderem Wert. Auch ist es eine wichtige Futterpflanze für die Raupen aus der Gattung der Nachtpfauenaugen (Saturnia).

 

Fotografiert am 30.07.2019 im Lehrrevier in Böbing